Wissenschaftliche Grundlage

Die Methode
hinter dem Score.

20 Faktoren, davon 9 wissenschaftlich belegt. Peer-reviewte Forschung. Kein einziges Mal das Wort "Mondphase". So funktioniert Fang!

Drei Grundprinzipien

01

Nur, was belegt ist.

Jeder Faktor im FangScore hat eine Quelle. Keine Tradition, keine Überlieferung — wenn es keine Studie gibt, ist der Faktor nicht drin. Punkt.

02

Transparente Gewichtung.

Du siehst nicht nur den Score, sondern auch welcher Faktor wie stark eingeflossen ist und mit welcher Evidenzklasse. Schwache Evidenz = niedrige Gewichtung.

03

Artenspezifisch.

Hecht, Zander und Barsch haben unterschiedliche Biologie. Die Faktoren und Gewichtungen unterscheiden sich je nach Art — es gibt keinen "universellen Fischscore".

Evidenzklassen

Nicht alle Faktoren sind gleich gut belegt. Wir machen das sichtbar.

A — Wissenschaftlich belegt
9 Faktoren

Mehrere unabhängige Studien mit konsistenten Ergebnissen. Hohe Gewichtung im Score.

Beispiele
Wassertemperatur, Licht-Extinktion am Grund, Tide-Phase
B — Plausibel
10 Faktoren

Eine oder wenige Studien, biologisch plausibel. Moderate Gewichtung.

Beispiele
Luftdruck-Gradient, Windvektor & Exposition, Beutefisch-Aktivität
C — Heuristisch
1 Faktor

Erfahrungswissen aus der Praxis, keine solide Studienlage. Geringe Gewichtung.

Beispiel
AIS-Schiffsverkehr — kein Live-AIS, Schwellen aus der Praxis

Die 20 Faktoren

Alle Faktoren die in den FangScore einfließen — mit Evidenzklasse und Erklärung.

A
F01 · Pegelstand & Tendenz
Steigende Pegel treiben Kleinfische in Uferbereiche – Räuber folgen.
A
F02 · Abflussrate (m³/s)
Hohe Abflussrate erzeugt Kehrwasser hinter Buhnen – klassischer Zander-Hotspot.
A
F03 · Wassertemperatur
Wichtigster Einzelfaktor. Hecht-Optimum 12–18°C, Zander 16–20°C, Barsch 18–22°C.
A
F05 · Tide-Phase
Kenterpunkt (Hochwasser/Niedrigwasser-Umkehr) = Strömungsstille → Sediment setzt sich ab → Raubfisch-Aktivität steigt.
A
F08 · Thermokline
Im Sommer bildet sich in Seen eine Temperatursprungschicht. Raubfische halten sich knapp oberhalb auf, wo O₂ noch ausreichend ist.
A
F09 · Licht-Extinktion am Grund (Lux)
Lichtstärke am Gewässerboden aus Sonnenwinkel, Bewölkung und Secchi-Tiefe berechnet.
A
F10 · Trübungsindex / Secchi-Tiefe
Secchi-Tiefe als Proxy für Lichtdurchdringung. Zander-Optimum 0,3–1,0 m ("Milchkaffeebraun").
A
F11 · Sonnenwinkel & Tageszeit
Dämmerungsaktivität ist artenspezifisch dokumentiert. Hecht und Barsch aktiv auch tagsüber.
A
F20 · Laichzeit-Trigger
Temperaturbasierte Laicherkennung. Hecht laicht bei 6–10°C, Zander 10–15°C, Barsch 10–14°C.
B
F04 · Delta-T Luft/Wasser
Großes positives ΔT (Luft >> Wasser) hemmt Durchmischung und Sauerstoffeintrag.
B
F06 · O₂-Gehalt (modelliert)
Kein direkter Messwert verfügbar – O₂ wird aus Wassertemperatur, Windstärke, Abfluss und Trübung modelliert.
B
F07 · Niederschlag 48h
Starker Regen der vergangenen 48h erhöht Trübung mit Zeitverzögerung und beeinflusst Pegelstand.
B
F13 · Luftdruck-Gradient Δp/6h
Kurzfristiger Druckabfall aktiviert Raubfische (Druckwechsel-Reflex).
B
F14 · Luftdruck-Gradient Δp/24h
Längerfristiger Drucktrend. Stabiler Hochdruck über 2–3 Tage korreliert mit guten Bedingungen.
B
F15 · Windvektor & Exposition
Auflandiger Wind reichert Nahrungspartikel an Lee-Ufern an. Starker Wind vermindert Jagderfolg durch Wellengang.
B
F16 · Frostnächte-Zähler
Aufeinanderfolgende Nächte unter 0°C verlangsamen Beutefisch-Aktivität mit Zeitverzögerung.
B
F18 · Bathymetrie (Tiefe)
Wassertiefe aus OSM depth-Tag. Artenspezifisch: Zander 4–8 m optimal, Hecht und Barsch flexibler.
B
F19 · Substrat & Gewässerstruktur
Buhnen, Wehre, Steinpackungen, Stege, Totholz – aus OSM-Tags extrahiert.
B
F21 · Beutefisch-Aktivitätsmodell
Modelliert aus Wassertemperatur und Lichtverhältnissen. Wenn Kleinfische aktiv sind, sind Raubfische aktiv.
C
F22 · AIS-Schiffsverkehr
Schiffsverkehr auf Bundeswasserstraßen erzeugt Wellenschlag und Trübungsimpulse – kurzfristig negativ, mittelfristig aktivierend durch aufgewirbeltes Substrat.
Mondphase
In keiner kontrollierten Studie mit Süßwasser-Raubfischen ein signifikanter Einfluss nachgewiesen.
Bathymetrie (DGM-W)
Detaillierte digitale Geländemodelle (DGM-W) wären ideal für Tiefenprofile – existieren aber als freie API für deutsche Gewässer nicht.